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Natriumhydroxid heißt auch Ätznatron oder Kaustische Soda. Die chemische Formel ist NaOH.
Ätznatron kann man z.B in der Apotheke kaufen, dabei unbedingt die preiswerte technische Qualität verlangen! Manche Apotheken verkaufen es nicht gern oder haben keine Lust es zu bestellen.
Viele Seifensieder verwenden das NaOH der Firma Fischar (PZN:4672423).
Man kann sowohl pflanzliche als auch tierische Fette verwenden, um Seife herzustellen. Ich verwende gerne folgende:
- Kokosöl - macht die Seife hart und sorgt für schönen Schaum
- Olivenöl - Seifen mit viel Olivenöl sind besonders mild. Olive schäumt allerdings nicht besonders gut.
- Palmöl - ergibt harte, milde und cremige Seifen.
- Erdnußöl - verwende ich gerne, wenn die Seife besonders hell werden soll
- Sojaöl - eins meiner Lieblingsöle! Seifen mit Soja schäumen besonders üppig und trotzdem cremig. Leider ist Soja ein bisschen ranzanfällig.
- Rapsöl - für mich ein recht neutrales Öl, lässt sich gut verseifen hat aber keine besonderen Eigenschaften
- Sheabutter - enthält sehr viele unverseifbare Fettbegleitstoffe, macht die Seife pflegender. Ich habe aber das Gefühl, das Seifen mit Shea nicht ganz so gut schäumen
- Kakaobutter - sorgt für sehr cremigen Schaum, macht die Seife hart
- Babassuöl - ähnlich wie Kokosöl, aber ein bisschen milder
- Mandelöl - für besonders pflegende Seifen
- Rizinusöl - untstützt andere Öle in ihrem Schaumverhalten, macht die Seife sehr weich
- Sonnenblumenöl - wäre ein ganz tolles Seifenöl (macht schönen Schaum), wenn es nicht so extrem ranzanfällig wäre...
- Sesamöl - sehr hautpflegend, ich verwende nur das ungeröstete Öl
- Jojobaöl - ist eigentlich ein Wachs und darum schlecht verseifbar. Deshalb braucht man nur ganz wenig Jojoba, um die Seife super pflegend zu machen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Seife zu beduften. Man kann ätherische Öle oder spezielle Seifenduftöle verwenden. Auch manche Seifenzutaten kann man später in der Seife durchriechen, z.B. wenn man der Seife Kräuter zusetzt.
Ich verwende 20ml - 50ml Duftöl/Ätherisches Öl pro kg Seife.
- Milchseifen können mit allen möglichen (tierischen oder pflanzliche) Milchprodukten gemacht werden. Oft werden folgende Milchprodukte verwendet: Ziegenmilch, Kuhmilch, Schafmilch, Kokosmilch, Sojamilch, Hafermilch, Sahne, Joghurt, Quark, Buttermilch, Milchpulver ... eher selten werden so exotische Sachen wie Kamel- Büffel-, Stutenmilch usw. verwendet. Es gibt sogar Siederinnen, die Muttermilchseifen gemacht haben!
- Es gibt folgende Möglichkeiten, Milchseife herzustellen:
- Man rührt die Lauge direkt mit dem Milchprodukt an.Dabei sollte möglichst kalt gearbeitet werden (am besten die Milch in Eiswürfelformen einfrieren. Da man schlecht erkennen kann, ob sich alles NaOH gelöst hat,
sollte man die Lauge anschließend durch ein Sieb zu den Fetten geben. Diese Vorgehensweise funktioniert natürlich nur bei flüssigen Milchprodukten.
- Man rührt die Lauge mit weniger Wasser an, und gibt den Rest der Flüssigkeit in Form des gewünschten Milchproduktes später zum Seifenleim.
- Man rührt die Lauge wie gewohnt mit Wasser an. Dann löst man Milchpulver in etwas Öl oder Wasser und gibt das ganze in den Seifenleim.
- Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass Milchseifen nicht gelen sollen, weil sich dabei ein unangenehmer Geruch entwickelt. Das stimmt nicht, sie dürfen gelen, allerdings kann die Seife dann beige bis braun werden. Meiner Erfahrung nach müffeln nur Seifen, die mit größeren Mengen sehr fetthaltiger Milchprodukte gemacht sind, also z.B. mit Sahne oder Mascarpone (und auch dann nicht immer). Der Ammoniak-Geruch dagegen entsteht sich fast immer mehr oder weniger (ist allerdings bei bedufteten Seifen oft nicht wahrnehmbar) und verschwindet nach kurzer Zeit wieder.
Folgendes habe ich schon in Seifen verarbeitet:
- Banane - Seifen mit frischer, pürierter Banane schäumen besonders üppig und cremig. Auf 500g - 800g Seife verwende ich ca 1-2 mittelgroße Bananen.
- Avocado - Avocado enthält sehr viel Fett, was zur Überfettung der Seife beiträgt. Zu 500g Seife kann man eine halbe bis ganze Avocado geben. Avocadoseifen schäumen sehr cremig und eignen sich auch gut zum Haarewaschen.
- Gurke - Die Gurke wird püriert, anschließen gefiltert (kann man auch weglassen) und damit das NaOH angerührt. Solche Seifen sind schön mild zur Haut.
- Papaya - Auch eine Seife mit Papaya habe ich schon gemacht. Von dieser Seife war ich gar nicht begeistert, denn auch nach langer Lagerzeit hat sie die Haut noch ausgetrocknet.
Auch Kräuter machen sich gut in Seife. Von einigen bleibt sogar die Farben erhalten, viele werden braun.
- Ringelblumen - Die Blütenblätter in etwas Öl pürieren, je feiner desto besser. Ich habe bisher nur frische Blüten verwendet, mit getrockneten soll es aber auch gehen. Die Blüten färben die Seife gelb, steht die Seife im Licht verblasst die Farbe etwas.
- Löwenzahn - Auch Löwenzahnblüten färben die Seife gelb, sie werden ebenfalls in Öl püriert.
- Petersilie - Pürierte Petersilie bleibt schön grün in der Seife.
- Frauenmantel - Auch die Blätter von Frauenmantel eignen sich gut für die Seife, auch hier gilt wieder: gut pürieren.
- Babypuder - Verleiht der Seife ein samtiges Gefühl. Habe ich mal in einer Seife probiert, hat mich aber nicht so richtig überrzeugt.
- Mohn - Für eine Seife mit leichtem Peelingeffekt ist Mohn ideal.
- Salz - Salz kann man in kleinen Mengen verwenden (ca 1-2 TL pro kg Seife), um die Seife härter zu machen. Oder man macht eine Soleseife, dabei wird das NaOH in gesättigter Salzlösung angerührt. Eine weitere Möglichkeit ist es, eine Salzseife zum machen, dabei wird unter den Seifenleim jede Menge Salz gerührt. Man kann von 50% des Seifenleims bis 300% alles ausprobieren. Solche Seifen sollte man, wie auch Soleseifen, besser in Einzelförmchen abfüllen, weil sie sehr hart werden.
- Zucker - Zucker sorgt für schöneren Schaum. Ich verwende zwischen 3% und 5%, viele Seifensieder machen auch bis 10% Zucker in die Seife.
- Honig - Auch Honig sorgt, wie Zucker, dafür, dass die Seife besser schäumt. Außerdem duften Honigseifen auch nach Honig (am Anfang kann das auch eher verbrannt riechen). Seifen mit Honig werden oft braun. Achtung: Honig heizt die Seife auf, darum sollte man Honigseifen lieber kühl aufstellen und nicht isolieren.
- Kaffee - Man kann die Lauge direkt mit Kaffee anrühren - allerdings ist der dabei entstehende Geruch furchtbar... Ich bin daher dazu übergegangen, Kaffeeseifen ganz normal mit Wasser oder Milch anzurühren und den Kaffee erst später in den Seifenleim zu geben. Dazu verwende ich löslichen Kaffee. Soll die Kaffeeseife auch noch einen Peeling-Effekt haben, kann man auch Kaffeesatz dazugeben.
- Heilerde - Ob Heilerde tatsächlich eine besondere Wirkung in der Seife hat, weiss ich nicht. Allerdings kann man damit der Seife eine schöne Farbe verleihen.
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